Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen e.V.

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Diskussionsveranstaltung am 26.06.2019 in Frankfurt: Europarechtswidrigkeit der deutschen Leiharbeit?

Seit der weitgehenden Deregulierung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes Anfang der 2000er Jahre ist die Zahl der Leiharbeitnehmer*innen sprunghaft von 288.000 Leiharbeitnehmer*innen auf zuletzt über 1.000.000 Leiharbeitnehmer*innen angestiegen. Leiharbeitnehmer*innen erhalten häufig nur zwei Drittel des Lohns der Stammbeschäftigten und sind die ersten, die in der Krise ihren Arbeitsplatz verlieren. Abhilfe soll hier seit geraumer Zeit eine Richtlinie der Europäischen Union schaffen. Sie verlangt, dass Leiharbeitnehmer*innen nur vorübergehend im Betrieb eingesetzt werden und Stammbelegschaften gerade nicht ersetzt werden dürfen. Weiter will die Richtlinie eine Abweichung vom Grundsatz der Gleichbehandlung von Leiharbeitnehmer*innen und Stammbeschäftigten auch durch Tarifvertrag nur dann zulassen, wenn ein hinreichender Gesamtschutz gewährleistet ist. Leiharbeitnehmer*innen klagen daher aktuell in Deutschland auf Gleichbehandlung und gegen die durch die DGB-Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände der Leiharbeitsbranche abgeschlossenen Tarifverträge. Auch vor dem Hessischen Landesarbeitsgericht ist eine Klage anhängig.

Halten die deutsche Rechtslage und die Tarifvertragspraxis den europäischen Vorgaben stand?

Es diskutieren

Prof. Dr. Wolfgang Däubler, Universität Bremen

Rechtsanwalt Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e. V.

Moderation: Marie Diekmann, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

am Mittwoch, den 26.06.2019, 18.30 Uhr im Institut für Sozialforschung, Senckenberganlage 26, 60325 Frankfurt am Main, Sitzungssaal 1.

Veranstalter: Arbeitskreis Arbeitsrecht - Bundesvorstand - Regionalgruppe Frankfurt/ M.