Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen e.V.

Mitteilung

Delegation europäischer Anwältinnen und Anwälte besucht Diyarbakir

23.01.2016 | Mitteilungen, Erklärungen


Eine Delegation von 13 Anwältinnen und Anwälten aus Belgien, Deutschland, Italien und Österreich - unter ihnen Bundesvorstandsmitglieder der VDJ - hält sich vom 21.-24. Januar in Diyarbakir auf, um sich vor Ort einen Überblick über das Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen und der zivilen Opfer zu verschaffen. Sie wird hierzu mit Vertreterinnen und Vertretern der HDP (Halkların Demokratik Partis), der Rechtsanwaltkammer und der Ärztekammer in Diyarbakir, der Vereinigung für Menschenrechte in Diyarbakir, einer Frauenvereinigung, der Familie des ermordeten KollegenTahir Elçi und weiteren Familien von Opfern sowie einem Rechtsanwalt zusammentreffen, der Opfer der Ausgangssperre vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vertritt.

Die Delegation wird von der Europäischen Vereinigung von Juristinnen und Juristen für Demokratie und Menschenrechte in der Welt (ELDH) und der Vereinigung europäischer Anwältinnen und Anwälte (EDL) sowie der Unione delle Camere Penali Italiane unterstützt.

 

Nachstehend die gemeinsame Presseerklärung der ELDH und EDL

European Lawyers Delegation visits Diyarbakir

A delegation of European lawyers will visit Diyarbakir from 21st to 24th January 2016. The 13 participants come from Belgium, Germany, Italy, and Austria. Two European lawyers’ organisations are supporting this initiative, the European Association of Lawyers for Democracy and Human Rights (ELDH) and the European Democratic Lawyers (EDL) and also the “Unione delle Camere Penali Italiane”

ELDH and EDL are gravely concerned about the deterioration of human rights in the region which has escalated since the Turkish government stopped the peace negotiations with the Kurdish Workers Party PKK. For many weeks now a curfew has been imposed upon several towns in the region of Diyarbakir and Şırnak and upon a great part of the centre of Diyarbakir. The Turkish government boasts that it has killed several hundred PKK fighters. It fails to mention the civilians who have also died, in particular due to the use of heavy weapons by the Turkish army inside densely populated areas of several towns. On 28th November 2015 the President of the Diyarbakir Bar Association was killed on the street when he gave a press conference asking for a peaceful solution of the conflict. In press releases ELDH and EDL condemned the murder of Tahir Elçi and demanded an international independent investigation into the circumstances.

The former judge of the European Court of Human Rights (ECtHR), Riza Türmen, who is now a CHP Member of Parliament, stated that the long-term military curfew constitutes a violation of state responsibility. Several victims of the curfew have complained to the ECtHR demanding an end to the military operations and the lifting of the curfew. Nevertheless the court ruled on 13th January 2016 that the evidence at its disposal was not sufficient for it to order interim measures. However the court asked the applicants to keep it informed of any further developments. Lastly, given the gravity of the situation, the Court indicated to the Government “to take any necessary steps to ensure that physically vulnerable individuals can have access to treatment if they so request”.

The European lawyers visiting Diyarbakir are going to investigate

  • the dimension and the character of the human rights violations

  • civilian casualties

  • the curfew, the number of concerned people, the impact of the curfew on the populations and if the government meets the demands of the ECtHR

The members of the delegation will talk to representatives of HDP, the Diyarbakir Bar Association, the Diyarbakir Chamber of Medicine, the Human Rights Association of Diyarbakir, a women’s association, the family of Tahir Elçi, the families of victims. They will also talk to a lawyer who represents victims of the curfew in Diyarbakir before the European Court of Human Rights.

After their visit the lawyers will publish a report.

For more information, contact

Thomas Schmidt (lawyer), ELDH Secretary General

Platanenstrasse 13, 40233 Düsseldorf

thomas.schmidt@eldh.eu , 0049 – 172 – 68 10 888

 

Die Erklärung als pdf


Press_release_-_Lawyers_Delegation_in_Diyarbakir.pdf123 K



Weitere Nachrichten

Nein zum neuen Polizeigesetz NRW! Kein Angriff auf unsere Freiheit und Grundrechte

09.06.2018 | Erklärungen

Die NRW-Landesregierung plant eine massive Verschärfung des Polizeigesetzes. Noch vor der parlamentarischen Sommerpause soll diese ohne große Diskussion verabschiedet werden. Diese Verschärfung hebelt grundlegende...>>


Präsentation des Grundrechte-Reports 2018

12.05.2018 | Aktuelles

Der diesjährige Grundrechte-Report wird am Dienstag, 29.05.2018, 11.15 Uhr in Karlsruhe, Bahnhofsplatz 2, in der Bibliothek des Schlosshotels von Volker Beck vorgestellt. Für die im Buch beschriebenen Fälle sind stellvertretend...>>


Wenn schnelle Abschiebungen zum alleinigen Ziel werden, nimmt der Rechtsstaat Schaden.

08.05.2018 | Erklärungen

Es ist leider nicht alles so einfach, wie manche Angehörige in der Politik es sich wünschen mögen. Dass gerade im Bereich des Asylrechts und dann auch der möglicherweise erforderlichen Abschiebungen oft schwierige Rechts- und...>>


2018: 100 Jahre Achtstundentag in Deutschland – Soll das jetzt vorbei sein? Drohende Experimente mit dem Arbeitszeitgesetz

02.05.2018 | Erklärungen

Arbeitsrechtler verlangen wirksame Maßnahmen gegen Burn-Out und die weitere Entgrenzung von Arbeitszeiten – Beschäftigte brauchen Zeitsouveränität und wirksamen Arbeitsschutz statt Abbau von Arbeitnehmer-Schutzrechten! 1918...>>


Appell an die Beamtinnen und Beamten der Bundespolizei, sich nicht an Abschiebungen zu beteiligen!

23.04.2018 |

Laut mehrerer Medienberichte der vergangenen Monate sind immer weniger Beamtinnen und Beamte der Bundespolizei bereit, Abschiebeflüge zu begleiten und durchzuführen. Wir halten die Entscheidung all derjenigen für richtig, die...>>


Volksbegehren "Videoüberwachung" zielt auf ungebremste und uferlose Ton- und Videoüberwachung!

21.03.2018 | Erklärungen

Der Gesetzesentwurf des "Aktionsbündnis für mehr Videoaufklärung und Datenschutz" ist verfassungswidrig. Die Bürgerinnen und Bürger können nicht mehr sicher sein, dass der Staat sie im öffentlichen Raum nicht...>>


Bürgerrechtsorganisationen kritisieren Verbot von Newroz-Veranstaltungen

09.03.2018 | Erklärungen

Die Versammlungsbehörde Hannover hat angekündigt, eine Versammlung zum kurdischen Neujahrsfest Newroz zu verbieten. Bürgerrechtsorganisationen kritisieren den schwerwiegenden Eingriff in die Versammlungsfreiheit. Der Dachverband...>>