Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen e.V.

Mitteilung

Dr. Heinrich Hannover erhält den Hans-Litten-Preis 2008

In diesem Jahr verleiht die VDJ den Hans-Litten-Preis an den Rechtsanwalt und Schriftsteller Dr. Heinrich Hannover.

Die VDJ würdigt mit diesem Preis eine Haltung, die über den juristischen Beruf hinausgeht und sich in besonders hohem Maße durch demokratisches und rechtspolitisches Engagement auszeichnet.

Benannt ist dieser Preis nach einem Juristen aus der Weimarer Republik, der zu den bedeutendsten Anwälten der Arbeiterbewegung jener Zeit zählte: Hans Litten. Hans Litten war ein Berliner jüdischer Anwalt, der in der Roten Hilfe tätig war und der in vielen Prozessen auch gegen prominente Nationalsozialisten auftrat. Im damals berühmten Edenpalast-Verfahren gegen die SA erzwang Litten als Nebenklägervertreter die Ladung Hitlers als Zeugen. Es gelang ihm, Hitler zu veranlassen, die wahren Ziele der NSDAP offen zu legen. Er war der NSDAP deswegen besonders verhasst und wurde bereits Anfang 1933 nach dem Brandanschlag auf den Reichstag inhaftiert und 1938 nach jahrelangen Qualen in Esterwegen und in Buchenwald schließlich in Dachau zu Tode gefoltert.

Am 4. Oktober 2008 wird der Hans-Litten-Preis im Anschluss an die VDJ - Konferenz „Bildung - Ein Menschenrecht“ an Dr. Heinrich Hannover verliehen. Mit Heinrich Hannover wird ein Kollege ausgezeichnet, der sich um fortschrittliche Positionen in der Bundesrepublik über die Maßen verdient gemacht hat, der in seiner Berufsauffassung als Anwalt unbestechlich war und der damit viel für die Rechtskultur in der Bundesrepublik getan hat. Kollegen und Kolleginnen wie ihm ist es zu verdanken, dass vielerlei Tabus vor deutschen Gerichten aufgebrochen wurden. Wir freuen uns sehr, dass Heinrich Hannover den Preis angenommen hat, zur Preisverleihung in Berlin erscheinen wird und dort aus seinem neuen Buch lesen wird.

 

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