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Pressemitteilung

Der Hans-Litten-Preis 2022 geht an die italienische Rechtsanwältin Simonetta Crisci aus Rom

Die italienische Rechtsanwältin Simonetta Crisci aus Rom ist die diesjährige Preisträgerin des Hans-Litten-Preises der VDJ

Mit dem Hans-Litten-Preis 2022 zeichnet die Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen e.V. (VDJ) das herausragende Engagement in der jahrzehntelangen beruflichen und rechtspolitischen Arbeit der Kollegin Crisci in der Verteidigung der Menschenrechte aus.

Simonetta Crisci ist Rechtsanwältin in Rom. Für mehrere Generationen von Strafverteidiger*innen war und ist sie Orientierung und Ansporn gewesen. Während ihres gesamten Berufslebens gehörte sie zu den Kolleg*innen, die sich durch ihre Arbeit im bürgerrechtlichen und sozialen Bereich sowie durch ihre Unterstützung der Schwächsten ausgezeichnet haben.

Als ständige Vorkämpferin für die Verteidigung der Rechte von Frauen, Migrant*innen und Asylsuchenden hat sie ihre berufliche Tätigkeit immer mit ihrem politischen Engagement verbunden, als Mitglied des Vorstands der Casa Internazionale delle Donne in Rom, als Präsidentin der von Dino Frisullo gegründeten Vereinigung Senza Confine und als Mitglied der Vereinigung „Frauenrechte und Gerechtigkeit“ sowie des „Legal Team“ und der Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen in Italien.

Ihr rechtspolitisches Engagement ging über die Grenzen Italiens hinaus. Sie ist Mitglied der internationalen Beobachter*innen zur Lage der Frauen im Irak, in der Türkei und in Syrien. Durch die Beobachtung und Auswertung zahlreicher Strafprozesse gegen türkische und kurdische Anwaltskolleg*innen, tat sie das ihre, um das Recht auf faire Gerichtsverfahren und ungehinderte Berufsausübung dort zu unterstützen, wo es besonders gefährdet ist.

In dem Bewusstsein, dass faire Gerichtsverfahren nur in einem demokratischen Staat möglich sind, galt ihr besonderes Augenmerk den Wahlen in der Türkei. Im Rahmen von Beobachterdelegationen gab sie ihrer Sorge Ausdruck, dass die demokratische Opposition in der Türkei an einer gleichberechtigten Wahlbeteiligung gehindert wird.

Der von der VDJ alle zwei Jahre verliehene Hans-Litten-Preis ist eine Anerkennung für juristisches Wirken, das – wie seinerzeit Hans Litten selbst – kompromisslos dem Recht verpflichtet ist, der Konfrontation mit den politischen Machtinteressen und ihren Institutionen nicht ausweicht und in besonders hohem Maße durch demokratisches und rechtspolitisches Engagement gekennzeichnet ist. Der Namensgeber des Preises war einer der bedeutendsten Anwälte der Arbeiterbewegung der Weimarer Republik und hat sich u. a. für die Rechtshilfeorganisation der Roten Hilfe in einer Vielzahl von politischen Prozessen eindrucksvoll, konsequent und effizient als Strafverteidiger für seine Mandant*innen eingesetzt. Er wurde unmittelbar nach der Machtübernahme der Nazis verhaftet und durch fünf Jahre andauernde Inhaftierung und Folter in den Tod getrieben.

Wir freuen uns, dass Simonetta Crisci den diesjährigen Hans-Litten-Preis angenommen hat.

Die Preisverleihung findet statt am

Samstag, den 24. September 19h00 im Literaturhaus Frankfurt, Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main

Die Laudatio hält Rechtsanwalt Cesare Antetomaso aus Rom, Mitglied der Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen in Italien G.D.

Bei Presserückfragen wenden Sie sich an: Dr. Andreas Engelmann, Bundessekretär der VDJ, Tel.: 06971163438, E-Mail: bundessekretaer@vdj.de
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